Subjektivität und Welt

Wissenschaft, Wirklichkeit und Bewusstsein

Neuerscheinung

Buch von Ronald Engert: Subjektivität und Welt

Während die Naturwissenschaften große Erfolge feiern, gerät der Sinn des Lebens und des Menschen immer mehr ins Dunkel. Die Aufklärung entmachtete die Metaphysik. Das Objektivitätstheorem der Wissenschaften dekonstruierte das Subjekt. Die Vorstellung einer Seele oder eines geistigen Wesens fiel dem Reduktionismus zum Opfer. Aber vor allem der erkenntnistheoretische Schaden war und ist enorm.
Der Philosoph Edmund Husserl ist mit der phänomenologischen Reduktion und der Epoché auf einer neuen Spur: Das absichtslose Schauen soll durch eine erweiterte Vernunft möglich sein, durch einen transzendentalen Blick auf das Subjekt und die Welt. ›Transzendental‹ bedeutet hier: der Blick auf das Subjekt, wie es erkennt, nicht auf die Inhalte.

Edmund Husserl (1859–1938) veröffentlichte sein Buch Die Krise der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie 1936. Es war sein letztes Buch, in dem er seine Philosophie zusammenfasst und anwendet.
Husserl kommt zu dem Schluss, dass der Urboden der Erkenntnis apodiktische Sätze sind (nicht weiter beweisbare Aussagen) und die größte Aufgabe des Menschen darin besteht, sich selbst zu werden – die Entwicklung unserer Persönlichkeit zur Autonomie. Erst in diesem Bewusstwerden unseres apodiktischen Grundes werden wir zu echten Personen im positiven Sinne, also zu Individuen oder Subjekten, die zu sich kommen und in ihrer Selbstermächtigung freiheitlich und selbstbestimmt leben können. Das ist der unreduzierbare Grund.


Die neue These der vorliegenden Arbeit besteht darin, dass Husserl mit seiner Idee der Epoché das beschreibt, was in den mystischen Traditionen als Erleuchtung oder spirituelles Erwachen bezeichnet wird: einen erweiterten Bewusstseinszustand jenseits des materiellen Verstandes, der die Wahrheit und die Wirklichkeit enthüllt. Somit wäre eine Synthese von Wissenschaft und Spiritualität angezeigt, die die Krise der Wissenschaft überwinden könnte.

Aus dem Text:
»Aus der Sicht der Transzendentalphilosophie muss deshalb eine absolute Subjektivität proklamiert werden. Es ist dieses Subjekt, das alle diese Überlegungen anstellt. Dieses Subjekt ist selbstreferenziell oder selbstrekursiv. Es hat die letzte Begründung in sich selbst. Man könnte es vielleicht auch mit Descartes sagen: ›Ich denke, also bin ich.‹ Etwas ist da, das beobachtet. Dieses Etwas ist der Ursprung dieser Beobachtung. Deshalb liegt die Beobachtung im Subjekt begründet. Sie ist nicht objektiv. Aber die transzendentale Frage ist dann: Wie kann dieses Subjekt nicht-subjektives Wissen erwerben? Antwort: Indem sie die Einsicht in diesen Erkenntnisprozess erlangt. Diese Einsicht ist in dem Wort ›transzendental‹ hinterlegt.«

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Euer Ronald

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