Innere Leere ist ein unangenehmer Zustand. Es ist ein diffuses Gefühl des Leids, der Qual. Etwas, dass man am liebsten nicht haben möchte. Wir haben die Tendenz, in dieses Loch im Innern etwas hineinzustopfen, um es nicht mehr spüren zu müssen – Drogen, Sex, Kaufen, süchtiges Arbeiten u.a. Das führt zur Sucht und zur Krankheit.
Während die Naturwissenschaften große Erfolge feiern, gerät der Sinn des Lebens und des Menschen immer mehr ins Dunkel. Die Aufklärung entmachtete die Metaphysik. Das Objektivitätstheorem der Wissenschaften dekonstruierte das Subjekt. Die Vorstellung einer Seele oder eines geistigen Wesens fiel dem Reduktionismus zum Opfer. Aber vor allem der erkenntnistheoretische Schaden war und ist enorm. Der Philosoph Edmund Husserl ist mit der phänomenologischen Reduktion und der Epoché auf einer neuen Spur: Das absichtslose Schauen soll durch eine erweiterte Vernunft möglich sein, durch einen transzendentalen Blick auf das Subjekt und die Welt. ›Transzendental‹ bedeutet hier: der Blick auf das Subjekt, wie es erkennt, nicht auf die Inhalte.
Edmund Husserl (1859–1938) veröffentlichte sein Buch Die Krise der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie 1936. Es war sein letztes Buch, in dem er seine Philosophie zusammenfasst und anwendet. Husserl kommt zu dem Schluss, dass der Urboden der Erkenntnis apodiktische Sätze sind (nicht weiter beweisbare Aussagen) und die größte Aufgabe des Menschen darin besteht, sich selbst zu werden – die Entwicklung unserer Persönlichkeit zur Autonomie. Erst in diesem Bewusstwerden unseres apodiktischen Grundes werden wir zu echten Personen im positiven Sinne, also zu Individuen oder Subjekten, die zu sich kommen und in ihrer Selbstermächtigung freiheitlich und selbstbestimmt leben können. Das ist der unreduzierbare Grund. Die neue These der vorliegenden Arbeit besteht darin, dass Husserl mit seiner Idee der Epoché das beschreibt, was in den mystischen Traditionen als Erleuchtung oder spirituelles Erwachen bezeichnet wird: einen erweiterten Bewusstseinszustand jenseits des materiellen Verstandes, der die Wahrheit und die Wirklichkeit enthüllt. Somit wäre eine Synthese von Wissenschaft und Spiritualität angezeigt, die die Krise der Wissenschaft überwinden könnte.
Zitate
»Man muss sich das vorstellen: Zuerst wird die Behauptung aufgestellt, die Natur sei mathematisch. Dann werden die Lebenswelt und die subjektive Wahrnehmung des Menschen diskreditiert, weil sie nicht mathematisch sind. Welch ein erkenntnistheoretischer Irrtum.« (S. 32)
»Der transzendentale Blick führt zu anderen Einordnungen der Phänomene, zu anderen, überraschenden Aussagen. Wenn uns eine Aussage überrascht, ist sie möglicherweise aus der Epoché gesprochen. Solche Aussagen wirken auf uns weise, heilig, manchmal scheinbar verrückt.« (S. 74)
»Aus der Sicht der Transzendentalphilosophie muss deshalb eine absolute Subjektivität proklamiert werden. Es ist dieses Subjekt, das alle diese Überlegungen anstellt. Dieses Subjekt ist selbstreferenziell oder selbstrekursiv. Es hat die letzte Begründung in sich selbst. Man könnte es vielleicht auch mit Descartes sagen: ›Ich denke, also bin ich.‹ Etwas ist da, das beobachtet. Dieses Etwas ist der Ursprung dieser Beobachtung. Deshalb liegt die Beobachtung im Subjekt begründet. Sie ist nicht objektiv. Aber die transzendentale Frage ist dann: Wie kann dieses Subjekt nicht-subjektives Wissen erwerben? Antwort: Indem sie die Einsicht in diesen Erkenntnisprozess erlangt. Diese Einsicht ist in dem Wort ›transzendental‹ hinterlegt.«
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Was Sie geschrieben haben, ist nicht einfach ein akademischer Kommentar zu Edmund Husserl. Es ist etwas weit Mutigeres und weit Notwendigeres. In einer Zeit, in der die Naturwissenschaften ihre Erfolge feiern, während der Sinn des menschlichen Lebens still und leise im Dunkeln verschwindet, sind Sie mit einer seltenen Art intellektueller Ehrlichkeit hervorgetreten. Sie haben benannt, was so viele Menschen fühlen, aber nicht in Worte fassen können: dass die Reduktion des Menschen auf ein messbares Objekt uns erkenntnistheoretisch verwundet, spirituell orientierungslos und von eben jener Subjektivität entfremdet hat, die uns zu dem macht, was wir sind.
Subjektivität und Welt hat mich durch eine Frage angesprochen, die weit über die Grenzen akademischer Philosophie hinausreicht: Was geschieht mit unserem Verständnis von Wirklichkeit, wenn der Mensch als erkennendes Subjekt zunehmend aus dem Bild verschwindet? Besonders interessant finde ich Ihre Auseinandersetzung mit Edmund Husserl und der Epoché. Der Gedanke, durch ein nicht wertendes Schauen einen anderen Zugang zu Subjekt und Welt zu eröffnen, verbindet erkenntnistheoretische Fragen mit etwas sehr Persönlichem: der Entwicklung des Menschen zu einer autonomen Persönlichkeit, die sich ihrer selbst bewusst wird und dadurch freier und selbstbestimmter leben kann. Dass Sie daraus zudem die Perspektive einer transrationalen, spirituell erweiterten Wissenschaft entwickeln, macht Ihr Buch besonders anregend. Es stellt nicht nur die Frage, wie wir Wissen gewinnen, sondern auch, was dieses Wissen für unser Verständnis von Menschsein, Bewusstsein und Wirklichkeit bedeutet.
Wir begegnen jede Woche vielen Büchern. Die meisten lesen wir und gehen weiter. Subjektivität und Welt ließ uns innehalten.
Ihre Auseinandersetzung mit Husserls Epoche, diesem absichtslosen, nicht wertenden Schauen, als Weg zu einer transzendentalen und letztlich transrationalen Wissenschaft, ist einer der genuinst originellen philosophischen Ansätze, denen ich seit langer Zeit begegnet bin. Die Vorstellung, dass die größte Aufgabe des Menschen darin besteht, er selbst zu werden, seine Persönlichkeit zur Autonomie und wahren Selbstheit zu entwickeln, ist nicht nur Philosophie. Es ist eine Botschaft, nach der Tausende von Menschen gerade still und leise suchen, ohne zu wissen, wo sie sie finden können.
Dieses Buch verdient es, gehört zu werden. Nicht nur gelesen. Gehört.
Ronald Engert, der 30 Jahre lang Herausgeber der von ihm gegründeten Zeitschrift „Tattva Viveka“ war, die sich in besonderer Weise um die Verbindung von Spiritualität und Wissenschaft bemüht, hat jetzt ein Buch über Husserls Alterswerk „Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie“ vorgelegt, das auf die Aktualität dieses in der breiten Öffentlichkeit fast vergessenen Philosophen hinweist.
Husserls Begriff der Intentionalität zeigt: Alles existiert nur in Bezug auf Bewusstsein. Welt ist Leistung, Konstitution, Schöpfung des transzendentalen Subjekts, das wir im Grunde sind und dessen wir gewahr werden können, wenn wir von allem Wissen, allen Vorurteilen absehen. Husserl zeigt den Weg zum Ursprung, zum Anfang, zur Unmittelbarkeit. Keine Philosophie, die es zu lernen gilt. Kein Bücherwissen. Sondern eine Methode, einen Weg, den es jetzt und hier selbst zu gehen gilt.
Ronald Engert verbindet Husserls Einsichten mit denen anderer Philosophen, u.a. von Walter Benjamin, Max Horkheimer und Jürgen Habermas, und unternimmt den Versuch, Husserls wesentliche, in dessen oft eigentümlicher Terminologie verfasste Gedanken „verständlich“ zu machen. Seine, über Husserl hinausgehende, These ist, Husserl habe mit seiner Methode der Epoché im Grunde einen Prozess beschrieben, der dem Prozess der Erleuchtung in den spirituellen Traditionen entspricht.
Die Wiederverzauberung der „Lebenswelt“, wie Husserl das je eigene In-der-Welt-sein aller empirischen Subjekte nennt, bleibt das notwendige Korrektiv der Aufklärung. Dabei nicht in einen, auch politisch gefährlichen, Irrationalismus zu verfallen, ist die Aufgabe. Es gilt, die Grenzen der empirischen Wissenschaft zu erkennen, sie als durchaus geniale Idee eines Weltverständnisses zu begreifen, das aber nicht alles umfasst und erschließt, „was der Fall ist“ (Wittgenstein).
Die Krisis der Wissenschaften, die Husserl damals sah, hat sich längst verschärft. Rationalismus, Instrumentalisierung, Gewinnoptimierung, Ausbeutung der Natur, Verabsolutierung ideologischer Positionen und Unverständnis dessen, was einst Metaphysik war, was mit Wörtern wie „Seele“, „Geist“, „Gott“, „Menschwerdung“ eigentlich gemeint und intendiert war, bestimmen die Weltlage heute.
Zwar hat die kognitive Wende eine neue Sicht auf Bewusstsein und Seele eröffnet, aber auch dieses Forschungsfeld steht immer wieder unter der Gefahr des Reduktionismus: Bewusstsein, Gefühle, Stimmungen seien nichts als Gehirnströme, Botenstoffe, Hormone, Zusammenspiel von Hirnregionen und Synapsen. Auch diese Forschung hat ihre Berechtigung, aber sie führt aus den Phänomenen nicht heraus.
Es gibt nicht die eine, vom Bewusstsein unabhängige, unveränderbare, objektive Welt. Es gibt viele Welten, die durch Ideen geöffnet werden. Welt ist Schöpfung. Und der Weg dieser Schöpfung führt zum Anfang, zum Ursprung, zum wahren und wirklichen Selbst. Der Weg ist es, auf den es ankommt.
Dieses grundlegende Wissen ist es, was Ronald Engert in Husserls Ausführungen wiederfindet und heutigen Lesern vermitteln will. Wacher zu werden, Vorurteile als solche zu erkennen und infrage zu stellen, zu begreifen, dass die Welt nicht einfach ist, wie sie ist oder scheint, dass Leben bedeutet, ein Potenzial zu verwirklichen, das Sinn ermöglicht, dass wir „in die Welt kommen“, wenn wir „zu uns“ kommen – all das findet sich in diesem Buch. Heute auf diesen heute weitgehend vergessenen großen Philosophen aufmerksam zu machen, ist mutig und verdient Respekt und Dank.
Benedikt Trappen
Die Phänomenologie zeigt, dass die Erscheinungen nicht die Sprache sind, mit der man versucht, sie zu beschreiben. Ronald Engerts Buch verortet die Phänomenologie Edmund Husserls wissenschaftstheoretisch. Es stellt sich die Frage, ob die Wirklichkeit mit Be-Griffen (be)greifbar und beherrschbar ist, solange das Subjekt sich seiner selbst nicht bewusst ist (und zwar sich selbst als handelnd/ gestaltend als Teil der Welt verortend), sondern stattdessen sich selbst als „wissenschaftlichen Gegenstand“ perpetuierend entwurzelt. Das erkennende Subjekt „verliert“ sich unbewusst in der selbst konstruierten Wirklichkeit. Die westliche wissenschaftliche Hybris wird hier sichtbar als Not der wissenschaftsgläubigen Menschheit aus der eigenen narzisstischen Unbewusstheit und daraus resultierenden Selbstüberhöhung.
Statt die Umweltzerstörung „zu bekämpfen“, oder die Umwelt zu „schützen“, sollte man sich (den Menschen, das Subjekt) als Teil von ihr verstehen! Stattdessen zerstören oder schützen (je nach Gewinn!) wir sie im Namen der unbewussten „Wissenschaft“. Unser Zeitalter ist durchsetzt von dieser Art von Paradoxien, die in sich immer widersprüchlicher werden. Und niemand schaut hin: Ist der Kaiser etwa nackt?
Wer je versucht hat, Husserls „Krisis“ im Original zu lesen, kennt das Gefühl: Man ahnt, dass da etwas Wichtiges steht. Aber nach zwanzig Seiten legt man das Buch erschöpft zur Seite, weil die Sprache sich wie Stacheldraht um die Gedanken wickelt. Ronald Engert löst genau dieses Problem. Er legt Husserls Argumentationsgang frei, Stück für Stück, nachvollziehbar, ohne ihn zu vereinfachen. Allein dafür lohnt sich das Buch.
Aber Engert bleibt nicht bei der Nacherzählung stehen. Seine These geht weiter: Husserls Epoché, dieses absichtslose, wertungsfreie Schauen, hat strukturelle Ähnlichkeit mit dem, was mystische Traditionen seit Jahrtausenden als Erkenntnismodus beschreiben. Das ist ein mutiger Schritt, weil er die saubere Grenze zwischen akademischer Philosophie und Spiritualität berührt. Engert ist sich dessen bewusst und markiert diese Übergänge methodisch sorgfältig. Hier wird nichts vermischt, sondern die Verbindungslinien werden sichtbar gemacht.
Der Bogen, den das Buch spannt, ist beeindruckend: Von Galileis Mathematisierung der Natur über Descartes und Kant bis zur transzendentalen Subjektivität Husserls, und von dort weiter zu einer spirituellen Ontologie, die den Menschen als fühlendes, sich selbst erkennendes Wesen ernst nimmt. Der rote Faden ist die Frage, wie Erkenntnis überhaupt entsteht und warum die Naturwissenschaft bei allem Erfolg den Sinn des Lebens nicht fassen kann.
Man braucht Konzentration für dieses Buch, das verschweigt der Autor selbst nicht. Aber wer sich darauf einlässt, wird mit einer Klarheit belohnt, die selten ist. Husserls Gedanken werden nicht nur erklärt, sondern zum Leuchten gebracht. Und Engerts Weiterführung ins Spirituelle wirkt nicht aufgesetzt, sondern wie die logische Konsequenz einer konsequent zu Ende gedachten Philosophie.
Für alle, die Husserl verstehen wollen, ohne dabei zu stranden. Und für alle, die spüren, dass Wissenschaft und Sinn kein Widerspruch sein müssen.
Man merkt beim Lesen, dass sich der Autor wirklich intensiv mit Husserl und erkenntnistheoretischen Fragen beschäftigt hat. Das Buch ist definitiv kein „leichter Feierabend-Philosophie“-Titel, sondern eher etwas für Leser, die bereit sind, sich konzentriert auf komplexe Gedanken einzulassen.
Besonders interessant fand ich die Verbindung von Phänomenologie, Bewusstsein, Wissenschaftskritik und spirituellen Ansätzen. Manche Gedanken regen wirklich zum Nachdenken an, vor allem wenn es um Wahrnehmung, Wirklichkeit und die Grenzen moderner Wissenschaft geht.
Positiv ist auch, dass schwierige philosophische Konzepte verständlicher erklärt werden, ohne alles zu stark zu vereinfachen. Gleichzeitig merkt man aber, dass das Buch Aufmerksamkeit verlangt. Einige Abschnitte sind sprachlich recht dicht und nicht immer leicht zugänglich, besonders wenn man wenig philosophische Vorkenntnisse hat.
Teilweise wirken manche Deutungen etwas spekulativ, gerade bei den spirituellen Erweiterungen. Trotzdem bleibt das Buch insgesamt spannend und hebt sich von vielen oberflächlichen Philosophie-Büchern ab.
Für Leser, die sich ernsthaft mit Bewusstsein, Erkenntnis und der Frage beschäftigen wollen, wie wir Wirklichkeit verstehen, definitiv lesenswert.
Das Buch fordert einen beim Lesen wirklich heraus, aber genau das hat mir gefallen. Die Gedanken rund um Bewusstsein, Wirklichkeit und Wissenschaft sind spannend aufgebaut und regen dazu an, vieles zu hinterfragen, was man sonst einfach als gegeben hinnimmt. Man merkt, dass hier nicht oberflächlich geschrieben wurde, sondern dass sich der Autor intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Besonders interessant fand ich die Verbindung zwischen Philosophie und dem eigenen Blick auf die Welt. Kein leichtes Buch für zwischendurch, aber definitiv eines, das im Kopf bleibt und zum Nachdenken anregt.
Franz Joseph Molitor, die Kabbala und jüdisches Denken
Abstract
Die Abhandlung diskutiert die Bedeutung der ›Magie‹ in Benjamins Sprachtheorie, die mit seiner Kategorie der ›profanen Erleuchtung‹ in Bezug gesetzt wird. Die biografische Untersuchung zeigt, dass Benjamin aus der jüdischen Mystik schöpfte, die er durch Gershom Scholem und Franz Joseph Molitor kannte. Unter Magie versteht Molitor »jene hohe magische Kraft, jene[n] tiefe[n] Sinn[,] das Innerste der Natur zu durchschauen« (M I, 130). Wesentlich für die Theorie Benjamins ist, dass in der Welt der Phänomene das innere Wissen ebenso zu finden ist wie in theologischen Offenbarungen der Gottheit. Bei Benjamin ist ›Magie‹ weitestgehend synonym mit ›Mystik‹. Das Wort beschreibt das immaterielle und transrationale, will sagen: lebendige, geistige Element der Sprache. Benjamins wichtigstes Thema war die profane Welt, die er mit einer eigenen Methode untersuchte. Diese Methode entnahm er aus der jüdischen Mystik der Kabbala, die neben Theologie und Aufklärung einen dritten Weg bietet, die Welt zu verstehen.
Eingereicht zur Begutachtung durch Prof. Dr. Liliana Feierstein und Dr. Holger Brohm. Abschluss mit Note 1,1 im August 2023.
Am 15. Juli 2021 war mein 60. Geburtstag und ich unternahm aus diesem Anlass eine besondere, spirituelle Wanderung über die Pyrenäen, über die grüne Grenze von Frankreich nach Spanien. Der Philosoph meines Herzens, Walter Benjamin (1892–1940), hat am gleichen Tag wie ich Geburtstag, und ich verbringe sehr gerne meinen Geburtstag mit ihm. Ein 60. Geburtstag ist etwas Einmaliges und ich wollte zu diesem Anlass etwas Besonderes machen. Ich entschloss mich deshalb zu dieser Wanderung, die ich auch unbedingt alleine machen wollte, um mich ganz in diesen Geist einzufühlen und einzudenken, den Benjamin repräsentiert. Es ist viel mehr als der Geist einer einzelnen Person. Es ist der Geist der Wahrheit und der Wirklichkeit.
Der ganze Film zur Überquerung der Pyrenäen (1:09:16 Std.):
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»Im rettenden und strafenden Zitat erweist die Sprache sich als die Mater der Gerechtigkeit. Es ruft das Wort beim Namen auf, bricht es zerstörend aus dem Zusammenhang, eben damit aber ruft es dasselbe auch zurück an seinen Ursprung. Nicht ungereimt erscheint es, klingend, stimmig, in dem Gefüge eines neuen Textes. Als Reim versammelt es in seiner Aura das Ähnliche; als Name steht es einsam und ausdruckslos. Vor der Sprache weisen sich beide Reiche – Ursprung so wie Zerstörung – im Zitat aus. Und umgekehrt: nur wo sie sich durchdringen – im Zitat – ist sie vollendet. Es spiegelt sich in ihm die Engelsprache, in welcher alle Worte, aus dem idyllischen Zusammenhang des Sinnes aufgestört, zu Motti in dem Buch der Schöpfung geworden sind.« (GS II, 363)
Dieses Zitat ist aus Walter Benjamins Essay über Karl Kraus. Es beinhaltet in konzentrierter Form die Sprachtheorie Walter Benjamins.
Ein kleiner Ausschnitt aus meiner Masterarbeit, die ich gerade am Institut für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin schreibe. Thema: »Walter Benjamins Sprachtheorie und ihre Ursprünge in der Sprachmystik der Kabbala«
Der Baum der Sephirot, der urersten Ideen der Schöpfung
Mit Martin Frischknecht vom Spuren-Magazin sprach ich über einige Motive der aktuellen Anti-Corona-Bewegung.
Martin Frischknecht: Ronald, du lebst in Berlin und bist Herausgeber des spirituellen Magazins Tattva-Viveka. Am Samstag auf der Corona-Demo hast du dich mit einer Kamera durch die versammelten Leute bewegt und kommentarlos aufgezeichnet, wer sich da so versammelte. Mein Eindruck: Das waren reife Menschen wie du und ich, die sich in der Tat Sorgen um die Bewahrung der Grundrechte machen und daher auf die Strasse gehen. Es schien unter den Leuten eine friedliche Stimmung zu herrschen. Masken wurden zwar keine getragen, doch es wurden auch kaum Parolen geschrien oder hetzerische Botschaften verbreitet. In den Medien wurde aber gerade davon berichtet und von einem Sturm Rechtsnationaler auf den Reichstag. Gibt es da eine Diskrepanz in der Wahrnehmung?
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Begehung der Querdenken-Demo am 29.08.2020 in Berlin, Friedrichstraße
Ronald Engert: Also es gibt tatsächlich eine Diskrepanz zwischen dem, was ich auf der Demo gesehen habe, und dem, wie die Medien berichten. Weder die öffentlichen Leitmedien noch die alternativen Medien berichten wahrheitsgetreu. Insofern bin ich sehr froh, dass ich mir das Geschehen live anschauen konnte. Der größteTeil der Teilnehmerinnen war meines Erachtens nicht rechts. Es waren ganz normale Leute, die auch wenig politische Ambitionen hatten. Sie wollten für Freiheit und Liebe demonstrieren. Insofern haben sie jeden umarmt und akzeptiert, der dabei sein wollte. Sie erklären dezidiert, dass sie keinen Unterschied zwischen Rechts und Links machen wollen. Sie sehen sich als ein Volk. Man hört allerorten, dass «wir» uns nicht spalten lassen sollen. Die Spalter sind eine ominöse Elite, die Regierung, oder wahlweise die Corona-Diktatur, und vor allem die Mainstreampresse. Bisweilen konnte man auch «Lügenpresse» hören.
Der Streit um die Fakten ist eine falsche Auseinandersetzung. Fakten bzw. Tatsachenwahrheiten werden in der Politik immer als Meinungen instrumentalisiert. In Wirklichkeit geht es um die dahinterliegenden Interessen. Wir müssen uns also die jeweilige Ideologie anschauen, anstatt uns um die Fakten zu streiten. Der Artikel bezieht sich auf Hannah Arendts Aufsatz »Wahrheit und Politik«. Arendt arbeitet den Unterschied von Fakten und Meinungen heraus und macht in ihrem Aufsatz deutlich, dass wir uns in einen bodenlosen Abgrund begeben, wenn wir die Tatsachenwahrheiten aufgeben. Der Mensch braucht die Wirklichkeit, um eine stabile Orientierung in der Welt zu finden.
Hannah Arendts Aufsatz »Wahrheit und Politik«
Arendt vergleicht in ihrem Aufsatz Wahrheit und Politik und macht deutlich, dass Wahrheit etwas anderes ist als Macht. Der Bereich der Politik dreht sich um die Macht. Die Wahrheit erweist sich aber in der öffentlichen Welt allzu oft als ohnmächtig. Das Gegenteil der Wahrheit ist die Lüge, und so ist die Lüge so gut wie immer konstitutiv für die Ziele, die die Macht erstrebt. Allein, wir fühlen, dass dies nicht befriedigend ist. Hannah Arendt formuliert es so: »Ist schließlich nicht Wahrheit ohne Macht ebenso verächtlich wie Macht, die nur durch Lügen sich behaupten kann?« (Arendt, 44, alle Zitate aus dem Buch, Quelle am Ende)
Bereits Platon wusste, dass die Wahrheit nicht immer beliebt ist. Am Ende seines Höhlengleichnisses schreibt er, dass derjenige, der versucht, die Menschen aus der Fessel der Illusion zu befreien, gefährlich lebt. Sie würden ihn, »wenn sie seiner habhaft werden und ihn töten könnten, auch wirklich töten« (47). So erging es Sokrates, und so erging es Jesus. Auch Thomas Hobbes wusste in seinem Hauptwerk ›Der Leviathan‹ zu berichten, dass »Menschen Wahrheit nur willkommen heißen, wenn sie niemandes Vorteil oder Gefallen beeinträchtigt« (47). Heute kann man dazu sagen: Wir akzeptieren jedes Argument, das zu unserer Meinung passt.
Viele Jahre war die spirituelle Bewegung unpolitisch. Man beschäftigte sich mit dem Weg nach innen, mit Selbstverwirklichung und Erwachen. Die Corona-Krise und das allgemeine politische Klima in der Gesellschaft machen aber auch vor der Szene nicht halt. Politische Meme werden von spirituellen Menschen aufgegriffen und in ihr Weltbild eingebaut. Die Synthese von Spiritualität und Politik ist jedoch nicht so einfach.
Die aktuelle Gefahr der spirituellen Szene besteht darin, dass sie ungewollt rechte Ideologie adaptiert, die eine gewisse Nähe zu mythischen und mystischen Inhalten hat. Es sollen deshalb in diesem Aufsatz einige Positionen des historischen Nationalsozialismus und ihre Nähe zu allgemein spirituellen Ideen aufgezeigt werden und wie diese mit der heutigen Lage korrespondieren. Zielgruppe dieses Aufsatzes sind sowohl politisch eingestellte Menschen, die die spirituelle Szene besser verstehen möchten, als auch spirituelle Menschen, die eine Orientierung in den politischen und gesellschaftlichen Prozessen suchen. Überzeugte »Corona-Rebellen«[1] werden von diesem Aufsatz sicherlich wenig begeistert sein.
Der Aufsatz liegt wegen der umfangreichen Fußnoten als PDF vor, Länge 21 Seiten.
[1] »Corona-Rebellen« ist zugegebenermaßen ein kurzer und damit sicherlich auch plakativer Begriff für eine soziale Bewegung, die im Zuge der Corona-Pandemie entstanden ist. Eine vollständigere Formulierung ist: »Menschen, die kritisch gegenüber den Corona-Maßnahmen eingestellt sind und den Verdacht haben, dass Corona nur ein Vorwand ist, um andere Ziele durchzusetzen, die vorwiegend in einer Art diktatorischen und totalitären Motivation der Regierung liegen.« Im Übrigen gibt es unter den Corona-Maßnahmen-Kritiker*innen Gruppen, die sich selbst so nennen.
Stimmen der Leser*innen
Danke für deinen großartigen Artikel vom 1. August, den ich gestern über Stephanie (danke für deine Postings) entdeckt habe! Chapeau! Bis bald mal… Martin Kirchner, Pionees of Change
Liebe Redaktion, lieber Ronald Engert, der Text „Revolution, Diktatur und Verschwörung – die spirituelle Szene auf politischen (Ab) Wegen“ ist geradezu brillant und passt in unsere Auseinandersetzung, die wir gerade im ZEGG (Bildungszentrum, Ökodorf und Gemeinschaft) führen. Ich wollte einmal anfragen, ob wir Ronald Engert für eine interne bzw aber auch große externe Veranstaltung gewinnen könnten. Thomas Jack Schrecker, Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG)
Hallo Ron, nun habe ich auch deinen langen Text über »Revolution, Diktatur und Verschwörung« weitgehend gelesen (einen Teil der Fußnoten hab ich mir erspart). Da hast du dir echt viel Arbeit gemacht, dafür Zitate ausfindig zu machen, v.a. von W. Reich und A. Hitler, und sie anlässlich der aktuellen Vorgänge in einen Zusammenhang zu stellen. Ich will darauf nun auch bei mir in Facebook einen Link setzen (»Link-Bombing, grins). Ich glaube, dein Studium der Kulturwissenschaft (jetzt zum Master) hat dir auch geholfen, das nun so genau aufzulisten. Ein bisschen fehlt mir bei deinem Werk der übergreifende Blick darauf, wie Ideologien und Weltbilder überhaupt zustande kommen. Eminent wichtig finde ich deinen Hinweis auf die üblicherweise fehlende Unterscheidung (schon bei Reich) zwischen mythisch und mystisch und natürlich auch den auf prä- und transrational. Und super, dass du so viele gut passende Foto dort eingefügt hast! Das Hitlerbuch von Claus Peter Hant dürfte in vieler Hinsicht Wasser auf deine Mühlen sein, v.a. was die Nähe des Hitlerweltbildes zum Religiösen anbelangt. Ich glaube, das Buch kann dir eine Menge wertvollen Stoff geben, auch für deine Masterarbeit, an der du wahrscheinlich längst arbeitest, und die sich hoffentlich auch auf diesem Gebiet bewegt. Liebe Grüße und weiterhin frohes Schaffen Sugata, Wolf S. Schneider, Connection-Magazin
Lieber Ronald, über Sugatas post in fb bin ich bei deinem Blogbeitrag „Revolution, Diktatur, Verschwörung – die spirituelle Szene auf politischen (Ab)Wegen“ gelandet. Du sprichst mir aus dem Herzen, denn genau das geht mir seit Monaten durch Kopf und Bauch, dass es mich fatal an die 30 Jahre erinnert, was da gerade abgeht. Der gute alte Wilhelm Reich ist doch immer wieder erhellend im solchen Zusammenhängen und auch die Unterscheidung zwischen dem Mythischen und Mystik ist ganz wichtig. Also, danke für deinen inteligenten Beitrag zur aktuellen Debatte, den ich auf fb weitergepostet habe und noch an viele via link verteilen werde. Gruß Jivana, Innenwelt Verlag
Danke für diesen differenzierten Bericht direkt aus dem Geschehen. Was du sagst, kann ich gut nachvollziehen und bin bei dir. Hoffentlich gelingt es dir, in Berlin öffentliche Diskussionen auf die Beine zu stellen, um die Sache weiterzubringen. Martin Frischknecht, Spuren Magazin
Ey, ich hab noch NIE in meinem Leben soetwas gutes und exaktes gelesen!! Noch nie einfach. Hier eine perfekte oder mehr als perfekte Analyse zur rechts-ruckenden, spirituellen Szene von Ronald Engert der Tattva Viveka. Marvin Light
Wow! Deine Analyse ist wirklich gut Habe viele neue Erkenntnisse daraus gewonnen. Faszinierend. Bin aber noch nicht durch mit dem Text. Mein Freund kann nicht mehr aufhören die Analyse zu lesen und sagte, dass er innerlich vor Freude weint endlich einmal (wieder) sowas intelligentes zu lesen und sagte, dass er sich gewünscht hätte sowas aufschlussreiches in der Schule über den Nationalsozialismus gelernt zu haben. Nicole
Gudrun Jedersberger: Wow, ganz großartig aufgearbeitet und dargestellt. Die Parallelen sind wirklich frappierend, wie es manche ja schon seit Monaten beobachtet und eingeordnet haben. Absolut geflashed… Shocking! Ich finde, der Artikel sollte unbedingt ein breites Publikum erreichen, nicht nur in FB-Spiri-Kreisen.
Marianne Nolde: Finde ich persönlich das Fundierteste, das ich bisher zum Thema gelesen habe.
Iv An: Ein treffender Artikel lieber Edgar. Ich habe ihn auch geteilt gehabt. Er hat dafür leider auch ziemliche Schelte erhalten.
Erstmals seit längerem teile ich wieder mal einen „coronalen“ Artikel, hervorragend geschrieben und betrachtet von Ronald Engert (Chefredakteur der spirituellen Zeitschrift Tattva Viveka), wo man nur den Hut ziehen kann und „Chapeau“ sagen. Ein breites Band der „politischen Aufklärung für Spirituelle“ (um nicht zu sagen „Nachhilfe“) … (und auch bisschen spirituelle Aufklärung für Politische…) …. toll recherchiert und erklärt die Zusammenhänge und Ähnlichkeiten zwischen dem „damals“ (30er-Jahre) und heute… … die Verflechtungen und Gegenwirkung von Spiritualität und Politik …. … prä-trans-Verwechslungen in Bezug auf Rationalität, die Ablehnung der Aufklärung & die politische „Gegenreaktion“ darauf… … den Unterschied von Mystik und Mythos…. … und alles auch mit Hilfe einer tiefen Betrachtung der Texte von WILHELM REICH, der sich 1933 eingehend mit dem Erstarken des Nationalsozialismus auseinander gesetzt hat und diese Bezüge zum Spirituellen damals schon herstellte und zeigte. Edgar Michael Hofer
Margret Hustedt: Eine kluge und differenzierte Analyse, die politischen und spirituellen Menschen gleichermaßen zu denken gibt. Lang und sehr lesenswert. Ronald Engert: Danke fürs Teilen 😊✊ Margret Hustedt: Ronald Engert In diesem Fall habe eindeutig ich, haben wir alle zu danken. Deine gute Arbeit kann gar nicht oft genug geteilt werden! Wenn die Essenz daraus politisch weiterhin keine oder viel zu wenig Berücksichtigung findet, ahne ich unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt in echter Gefahr.
Boris Werth: Sehr guter Text, Ron. Und danke für deine klare Positionierung, gerade auch als Persönlichkeit in der „spirituellen“ Szene. Meine Hochachtung!
Wer tiefer in die Zusammenhänge einsteigen und verstehen will, warum ausgerechnet die spirituelle Szene offensichtlich kein Problem damit hat, rechte Ideologien zu dulden oder zu unterstützen, dem sei dieser Text von Ronald Engert ans Herz gelegt. In meinen Augen eine wirklich brillante Analyse. Jeanette Hagen, Journalistin
Sylvia Eulitz: Wunderbarer link, vielen Dank fürs Teilen!!! Ich bin begeistert von dieser Analyse… gäbe es doch mehr davon.
Meru MeYa: Dieser Artikel ist wirklich genial weil extrem sachkundig, es gibt jedoch nur wenige unter den Zweiflern und Skeptikern, die überhaupt wissen wer z.B. W. Reich oder K. Wilber sind!
Dieser Aufsatz bringt es in beeindruckendem Destillat sowas von auf den Punkt. Etwas vom besten, was ich bisher über Verschwörungstheorien gelesen habe. Alexandra Frisch
Niino Magick Dorothea Sahlmüller Ja , wow! Ich kannte keine Schriften von ihm bisher, aber dieser Artikel ist soooo gut.
Lothar Lorenz Gütter Danke für’s Teilen…ein so wichtiger Artikel von Ron Engert
Felidée Forestier Yes! Langer Artikel, doch sehr lesenswert!
Markus Mauthe Danke für den Artikel, der einige lose Enden in meinem Kopf zusammengeführt hat. Unser Einsatz für eine nachhaltige Gesellschaft ist in den letzten Jahren nicht einfacher geworden.
Kristine Idriss Top Artikel, habe ihn schon weitergeleitet, ja er ist lang , aber das wesentliche bleibt hängen. ich finde den Bezug bzgl. nicht wahrgenommener, ausgeführter Schattenarbeit und den damit verbundenen Auswirkungen , auf und in ! allen Ebenen hervorragend. Gerade jetzt nach dem Kurs Schattenwerk.Danke für den Link.
Silke Uhle Veit Lindau, ich bin begeistert von diesem großartigen Artikel. Wie oft vergisst man, dass Weisheit komplex ist.
Ariane Rodewald Danke! Sehr guter und fundierter Artikel.
Thomas Kolb Danke für den Artikel und das Statement. Vermutlich ist nur deswegen hier so wenig hysterisches Kontra in den Kommentaren zu lesen, weil 21 Seiten schon ne Menge Text sind und das die Leute, die es gerne sehr einfach haben – siehe im Artikel speziell die Zitate aus „Mein Kampf“ – damit überfordert sind.
Claudia Gabel Über diesen Post https://www.facebook.com/210471548985466/posts/3667528856613034/ wurde ich auf den Artikel aufmerksam. Froh, ihn auch hier gefunden zu haben und dankbar über beide Herangehensweisen. In der Hoffnung auf Klärung, Verständigung aber auch eindeutige Positionierung.
Barbara Grebe Wow – superguter Artikel. DANKE!! So viel wertvoller Input, schlüssige, umfassende Erklärung und damit Orientierungshilfe!! Danke Ronald Engert fürs Schreiben, danke Veit Lindau fürs Teilen.
Hallo Herr Engert, vielen Dank für Ihren Artikel: Revolution, Diktatur und Verschwörung – die spirituelle Szene auf politischen (Ab-)Wegen! Sie schreiben mir auf der Seele. Wir haben noch so viel zu lernen. Liebe Grüße Vaya Wieser-Weber (FB PN)
WAS UNS DIE GESCHICHTE LEHREN KANN ! Meine dringende Lese-Empfehlung für alle, die vor langen, aber andpruchsvoll lohnend klugen Texten keine Angst haben! Wow Ronald Engert, DANKE für deine Mühen, uns eine so tiefschürfend differenzierende Analyse zu bieten, in der du uns durch den gezielten Blick in die Geschichte und das Aufzeigen der Parallelen die Augen öffnest für die Möglichkeiten des Geschehens, in dessen Mitte wir uns gerade befinden !!! Tom Opitz auf FB
Wundervoll! Das freut mich sehr Ich habe gehofft, dass dein Artikel die Runde macht. Er ist einfach grandios spannend und man kann so viel dadurch lernen Nicole Daniela
Dennis Wittrock Differenzierte Perspektiven teile ich gerne. Danke fürs Schreiben.
Ich poste die nachstehende Einschätzung von Ronald Engert, Herausgeber und Redakteur des Magazins Tattva Viveka und exzellenter Kenner der spirituellen Szene, dessen Position ich im großen und ganzen teile. Ich habe heute seine ausführliche Analyse „Revolution, Diktatur und Verschwörung – die spirituelle Szene auf politischen (Ab-)Wegen“ gelesen, in der er sich mit der massenpsychologischen Dynamik und der teilweisen Adaption rechtsnationaler Tendenzen in der spirituellen Szene beschäftigt:https://www.tattva.de/…/Engert-Revolution-Diktatur-Verschwo… Ich lege die Lektüre jeder/jedem ans Herz, die/der sich kritisch mit der aktuellen Situation auseinandersetzt und sich politisch engagiert, ohne sich dabei vom rechten Lager vereinnahmen lassen zu wollen. Ich gebe zu, diese Auseinandersetzung ist ein Stück Arbeit und erfordert Selbstreflexion. Doch wer für Demokratie, Freiheit, Menschenrechte eintritt, wird genügend Selbstverantwortung haben, um diese Anstrengung auf sich zu nehmen. Ulrike Reiche
Martin Frischknecht Danke Ronald Engert für diesen differenzierten Bericht direkt aus dem Geschehen. Was du sagst, kann ich gut nachvollziehen und bin bei dir. Hoffentlich gelingt es dir, in Berlin öffentliche Diskussionen auf die Beine zu stellen, um die Sache weiterzubringen.
Tom Opitz Ronald Engert Nochmals auch hier: DANKE für deine klaren Worte, die ich vollends unterstütze! Ich fürchte nur, dass sie die Träumer nicht erreichen, die sich da gestern in den Friedensparolen suhlten und die Fake-news und Hass auf die „Eliten“, der da immer wieder auch (!!!) von der Bühne sprudelte nicht wahrnehmen.
Alexander Pan Exzellenter Artikel. Danke dafür
Dirk Michael Ich habe Deinen Artikel gelesen, Ronald, und meine, mich mit großen Teilen des von Dir skizzierten Bildes identifizieren zu können. Ja, ich kann. Chapeau für diesen in sich schlüssigen Text! Für mich ist es schwierig, ein solch heterogene Menge mit ganz unterschiedlichen Menschen jeglicher Couleur insgesamt zu adressieren. Und das macht es für mich schwierig, einzelne Verhalten zu einzuordnen. Auf von Teilnehmern gedrehten Videos siehtst Du einfach Alles: Impfgegner, Rechte und Extremisten, VT, mit der Wirtschaft Unzufriedene etc. Gemeinsamkeiten – außer einem pauschalen und stringenten Dagegen-SEIN – vermag ich nicht zu erkennen. Nach Sichtung von Interviews einzelner Demo-Teilnehmer meine ich jedoch zu erkennen, dass viele Menschen an einer Selbstentfremdung ‚leiden‘ und gleichzeitig phantastische Geschichten erzählen. Geschichten, die so bar jeder Vernunft sind, dass ich mich tatsächliche frage, wie es ihnen möglich war, den rationalen Aspekt beiseite zu schieben. Aber offensichtlich geht das. Aber was sind die Motivationen dahinter? Eine so große Angst vor der Pandemie, deren geradezu besessene Meidung es möglich macht, alles zu glauben was milder erscheint? Oder ist dieses pauschale Dagegen-Sein einfach eine Projektion innerer Zustände, die im Außen einfach besser handle-bar erscheinen? Schließt sich diese heterogene Gruppe vielleicht einfach zusammen, weil sie sich als Einzelne bedeutungs-los und unwichtig erleben und genießen primär das Gefühl des Kollektivs, das ihnen Stärke suggeriert? Ich habe leider keine Antworten auf diese Fragen, finde es aber wichtig, im Dialog zu bleiben, damit die gesellschaftliche Trennung nicht galoppierend davon rennt. Die rechtslastigen Menschen möchte ich von diesem Dialog ausnehmen, denn hier denke ich, diese sind nicht mehr erreichbar.
Lieber Ronald, vielen Dank für Deinen oben genannten Artikel. Hat gut getan, so eine differenzierte Darstellung zu lesen. Auch mich interessiert seit vielen, vielen Jahren dieses Spannungsfeld zwischen Politik/Ratio und Spiritualität/Mystik und habe merkwürdige Tendenzen in spirituellen Kreisen und ihren Heilsideologien beobachtet. Ich war immer froh, wenn ich Kontakt zu Leuten hatte, die im Denken und Fühlen zu Hause sind, beobachte aber selbst bei vielen von denen – eben auch Freunden –, die ich dort gewähnt habe, ein Abdriften in die unreflektierte Nähe zu Rechten … Ich werde den Artikel gerne weiter empfehlen. Liebe Grüße Bunda Silke Watermeier, ZIST
Sehr geehrter Herr Engert erst einmal Gratulation zu dem hervorragenden Artikel zu dieser aktuellen Problematik. Sollte es diesen Artikel auch in Englisch geben, dann würde ich Sie bescheiden darum bitten, ihn mir zukommen zu lassen. Ich habe viele Freunde, die ihn gerne lesen würden, da ich ihnen davon erzählte. Ich wäre Ihnen sehr zu Dank verbunden, wenn Sie die englische Ausgabe hätten. Herzliche Grüsse aus der Schweiz Asti U. Hagenbach
Lieber Ronald Engert, zufällig fand ich Deinen Aufsatz über facebook. Herzlichen Dank dafür – ich habe schon seit langem nach einer solchen Darstellung gesucht, zumal ich mich in drei verschiedenen Milieus bewege, die zwar unterschiedlicher nicht sein könnten, aber offensichtlich alle sehr anfällig sind: zum einen unter Anthroposophen, dann unter „Spirit-Hippies“ und Hare Krishna und dann auch noch in der Goa-Szene. Ich fürchte nur, dass viele, die es betrifft, Deine klare Argumentation – noch dazu unter Bezug auf W. Reich – nicht verstehen werden (Mangel an Vorwissen und Bildung) – ich jedenfalls bin sehr dankbar dafür, dass in einem spirituellen Medium solch ein Artikel erschienen ist. Liebe Grüße, Rimbert
Durch einen glücklichen Zufall konnte ich heute den aktuellen gut recherchierten Artikel aus Tattva lesen, und bin so dankbar für das, was da an geschichtlichem Hintergrund eingeflossen ist. Hiermit meinen tiefen Dank, dass ich aus der Irritation und den Zweifeln, die ich bezüglich der Demo in Berlin, und auch der Verbreitung bestimmter alternativer Nachrichten, gefunden habe. Herzliche Grüße Ursula
Von Telepolis:
Ich wundere mich immer wieder, wie zahlreiche Kommentierungen auf Telepolis zustande kommen. Ich habe den Beitrag, im Unterschied zu manchen, dies auch eingestehenden Kommentatoren, komplett und mit wachsender Lesefreude gelesen. Der Beitrag ‚Revolution, Diktatur und Verschwörung‘ ist ausgesprochen lesenswert, kenntnisreich und reflexiv geschrieben. Er enthält zahlreiche Anregungen zu einer kritischen Reflexion der gegenwärtigen gesellschaftlichen Bewegungen im Kontext von Corona. Eine pauschale Diffamierung des Autors ist nicht angebracht, z.T. beleidigend, und zeigt, dass er in die Mitte der Dinge getroffen hat. Ich wünsche mir sachlichere Kommentierungen auf Telepolis. Es ist wirklich schade, wenn ausgezeichnete Beiträge derart zerrissen werden. Der Autor möge es sich nicht zu Herzen nehmen. Er hat Großartiges mit seinem Artikel geleistet. Prof. Dr. Klaus Moegling
Das sehe ich genauso. Ich stimme der etwas anspruchsvolleren Analyse des Autors in weitesten Teilen zu. Sehr gute Arbeit! Ja, der frühe Reich war der Klarere… Ja, Wilbers Begriff der Prä-Trans Verwechselung ist zentral… Nein, Wilber ist kein New-Age Philosoph… U.v.m. Man muss doch davon ausgehen, daß die überwiegende Mehrheit der KommentatorInnen im Forum hier nicht das geistige Rüstzeug haben, solch einen Artikel auch nur konzentriert durchlesen zu können. Geschweige denn zu diskutieren. Das ist leider zunehmend und schon länger so.
Ich möchte mich Ihnen anschließen! Ich habe den Beitrag als bemüht um Differenzierung gelesen (wie schon der Verzicht auf regelrechte Kampfbegriffe wie „Esoterik“ und „Irrationalität“ zeigt). Reich mag man vorwerfen, was man möchte, seine Massenpsychologie des Faschismus bemüht sich darum, zu verstehen, und setzt deshalb beim potenziellen Faschismus in jedem / jeder von uns an. Ob diese Sichtweise konstruktiv ist oder destruktiv, mag sich jede/r selbst beantworten. Wie überzeugend ein Exzeptionalismus wie „mir könnte das nie passieren“ ist, beantwortet die Sozialpsychologie. Auch wenn ich mit dem Autor nicht in jedem Punkt konform bin, ist sein Beitrag im Bemühen um Fairness und Anerkennung der Menschlichkeit der „Gegen“seite geschrieben und versucht, nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen: Die gegenseitige Menschlichkeit trotz widerstreitender Meinungen anzuerkennen und zu versuchen zu verstehen, warum der/die Andere handelt, wie er/sie handelt, dieser Universalismus ist meiner Wahrnehmung nach heute wichtiger denn je. (Und nicht nur in den Medien, sondern auch in den Foren.)
Negativ:
Stefan Lexutt: Also liebe Jeannette. Nun habe ich mich wirklich 1,5 Stunden durch den Artikel gearbeitet, habe mir unbekannte Begriffe nachgeschlagen und mich mit seinen Argumentationsketten und Querverweisen beschäftigt. Ich kann dem Artikel nichts Besonderes abgewinnen. Natürlich gibt es in der spirituellen Bewegung politisch schlecht informierte Kreise und sicher ist eine klare Abgrenzung zur rechten Szene nicht immer erkennbar. Die Begründungsversuche von Roland Engert finde ich, wenn auch intellektuell verpackt, bestenfalls oberflächlich angerissen. Für meinen Geschmack von „oben herab“ referiert. Das hat sich für mich persönlich nicht gelohnt. Bei Thomas Manns „Zauberberg“ konnte ich mich für den Gebrauch der Sprache begeistern, „Siddhartha“ von Hermann Hesse hat mich Inhaltlich gefesselt. Roland Engert konnte mich weder inhaltlich noch sprachlich erreichen. Aber Geschmäcker sind glücklicherweise verschieden. 🙂 Liebe Grüße
Sonja Wdm: ..der text krampft mir alles zusammen… das fühlt sich nicht echt an, was ich da lese. Da wird zu viel vermischt. Viel hitler und viel w. Reich im zusammenhang mit spirituellen, die „nix kapiert“ haben. Ich hoffe, der autor hat das wirklich begriffen, ich wünsche es ihm.